Elektrischer Anschluss
Diese Seite beschreibt die Anschlüsse des IOZER basic (IOZ-B-10) und die wichtigsten Punkte für die Verdrahtung im Schaltschrank oder in einer geeigneten Verteilung.
Der elektrische Anschluss darf nur durch qualifiziertes Fachpersonal und nur im spannungsfreien Zustand erfolgen. Verwenden Sie eine geeignete SELV-/PELV-Spannungsversorgung und prüfen Sie die Verdrahtung vor dem Einschalten.
Ein direkter Anschluss an Netzspannung, z. B. 230 V AC, ist nicht zulässig. Das gilt auch für die Relaisausgänge.
Versorgung
Der IOZER basic wird über V+ und GND mit Gleichspannung versorgt.
| Anschluss | Wert |
|---|---|
| Versorgungsspannung | 7 - 30 V DC |
| Leistungsaufnahme | typ. < 5 W |
| Klemmen | doppelt ausgeführt zur Weiterverdrahtung |
Beachten Sie die Polarität der Versorgungsklemmen. Prüfen Sie vor dem Einschalten auf korrekte Polarität, Kurzschlüsse und festen Sitz der Klemmen.
Digitale Eingänge
Die digitalen Eingänge sind galvanisch getrennt und in zwei Gruppen zu je vier Eingängen organisiert.
| Anschlussgruppe | Klemmen | Hinweise |
|---|---|---|
| Eingänge 1 - 4 | GND, 1, 2, 3, 4 |
gemeinsamer Masse-Anschluss je Gruppe |
| Eingänge 5 - 8 | GND, 5, 6, 7, 8 |
gemeinsamer Masse-Anschluss je Gruppe |
Signalpegel:
| Signal | Pegel |
|---|---|
0 |
<= 2 V DC |
1 |
>= 5 V DC |
| undefiniert | > 2 V DC bis < 5 V DC |
Die Eingangsspannung darf 24 V DC nicht überschreiten. Jeder Eingang besitzt eine eigene Status-LED.
Digitale Ausgänge
Die digitalen Ausgänge sind Relaisausgänge als Schließer-Kontakte (NO) und in zwei Gruppen zu je vier Ausgängen organisiert.
| Anschlussgruppe | Klemmen | Hinweise |
|---|---|---|
| Ausgänge 1 - 4 | COM, 1, 2, 3, 4 |
gemeinsamer COM-Anschluss je Gruppe |
| Ausgänge 5 - 8 | COM, 5, 6, 7, 8 |
gemeinsamer COM-Anschluss je Gruppe |
Grenzwerte:
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Ausgangsspannung | max. 30 V DC |
| Ausgangsstrom | max. 300 mA pro Kanal |
| Schaltleistung | max. 10 VA |
Jeder Ausgang besitzt eine eigene Status-LED.
Kommunikationsschnittstellen
Die folgenden Abschnitte beschreiben die verdrahteten Kommunikationsanschlüsse des IOZER basic.
RS485
Die RS485-Schnittstelle kann für Modbus RTU oder IOZER link verwendet werden. IOZER link ist für die Anbindung von IOZER-Erweiterungsmodulen vorgesehen.
| Klemme | Funktion | Hinweis |
|---|---|---|
A |
RS485-Datenleitung A | durchgängig mit A der Gegenstelle verbinden |
B |
RS485-Datenleitung B | durchgängig mit B der Gegenstelle verbinden |
SHLD |
Schirmanschluss | Schirm nach Anlagenkonzept auflegen |
Betriebsarten
| Betriebsart | Verwendung |
|---|---|
| Modbus RTU Master | IOZER basic fragt externe Modbus-RTU-Teilnehmer ab |
| Modbus RTU Slave | IOZER basic stellt Daten für einen externen Modbus-Master bereit |
| IOZER link | Bus für IOZER-Erweiterungsmodule |
Die Betriebsart wird in der Gerätekonfiguration festgelegt. An einem RS485-Bus sollten nur Geräte mit kompatibler Betriebsart, Baudrate, Parität, Stoppbits und Adressierung betrieben werden.
Verkabelung
Führen Sie RS485 als Linienbus mit verdrilltem Adernpaar für A und B aus. Vermeiden Sie Sternstrukturen, Ringe und lange Stichleitungen. Die Polarität muss über den gesamten Bus konsistent bleiben.
Verwenden Sie bei längeren Leitungen oder störbehafteter Umgebung eine geschirmte Busleitung. Den Schirm nicht beliebig mehrfach mit unterschiedlichen Potentialen verbinden; in typischen Schaltschrankinstallationen wird er einseitig bzw. nach dem Erdungs- und Schirmungskonzept der Anlage aufgelegt.
Terminierung
Die 120-Ohm-Bus-Terminierung kann per Jumper zugeschaltet werden. Aktivieren Sie die Terminierung nur, wenn der IOZER basic an einem Ende des RS485-Busses sitzt.
| Position im Bus | Terminierung |
|---|---|
| Busende | 120 Ohm zuschalten |
| Busmitte | Terminierung nicht zuschalten |
| kurze Labor- oder Testverdrahtung | nur bei Bedarf |
Ein RS485-Bus wird in der Regel an beiden physikalischen Enden terminiert. Zwischenliegende Teilnehmer werden nicht terminiert.
Inbetriebnahme
AundBan allen Teilnehmern durchgängig gleich verdrahten.- Busadresse je Modbus-RTU-Teilnehmer eindeutig vergeben.
- Baudrate, Parität und Stoppbits bei allen Teilnehmern passend konfigurieren.
- Terminierung nur an den beiden Busenden aktivieren.
- Schirmung und Potentialbezug gemäß Anlagenkonzept prüfen.
- Bei Kommunikationsfehlern zuerst Polarität, Terminierung, Busparameter und doppelte Modbus-Adressen prüfen.
1-Wire
Der 1-Wire-Anschluss dient zum Einbinden einfacher Sensoren, z. B. Temperatursensoren. Der IOZER basic stellt dafür +5V, DQ und GND bereit.
| Klemme | Funktion | Hinweis |
|---|---|---|
+5V |
Sensorversorgung | für 1-Wire-Geräte mit 5-V-Versorgung |
DQ |
Datenleitung | auch als DATA oder 1W bezeichnet |
GND |
Bezugspotential | gemeinsam mit DQ führen |
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Maximale Anzahl Sensoren | 8 |
| Unterstützte Sensortypen | DS18B20, DS2438 |
Verkabelung
Für Neuanlagen ist eine dreiadrige Verdrahtung mit +5V, DQ und GND zu bevorzugen. Dadurch bleibt die Installation robuster und später leichter erweiterbar als bei rein parasitärer Versorgung über die Datenleitung.
Als Leitung eignen sich für typische Installationen geschirmte Fernmelde- oder Installationsleitungen, z. B. J-Y(St)Y 2x2x0,8 oder vergleichbare KNX-/Twisted-Pair-Leitungen. Für maximale Störfestigkeit sollten DQ und GND auf demselben verdrillten Adernpaar liegen. Bei J-Y(St)Y-ähnlichen Leitungen wird der Schirm bzw. Beidraht für 1-Wire üblicherweise nicht aufgelegt und nicht an Klemmstellen durchverbunden.
CAT-Leitungen können elektrisch geeignet sein, besitzen aber häufig kleinere Leiterquerschnitte. Bei längeren Leitungen oder Sensoren mit höherer Stromaufnahme sind größere Leiterquerschnitte und eine sternfreie Topologie vorzuziehen.
Topologie
1-Wire reagiert empfindlicher auf ungünstige Topologien als klassische Feldbusse. Planen Sie den Bus daher möglichst einfach.
| Topologie | Bewertung | Hinweis |
|---|---|---|
| Linie | empfohlen | Sensoren nacheinander auf einer Leitung |
| Bus mit kurzen Abzweigen | gut geeignet | Abzweige möglichst kurz halten |
| Baumstruktur | eingeschränkt | nur bei überschaubaren Leitungslängen und Teilnehmerzahlen |
| Stern | eingeschränkt | nur für kleine Installationen |
| Ring | nicht zulässig | Anfang und Ende nicht elektrisch verbinden |
Bei gemischten Topologien gelten die Einschränkungen der ungünstigsten Teilstruktur. Wenn mehrere Sensorlinien benötigt werden, ist es meist besser, diese sauber getrennt zu planen, statt eine große vermaschte Struktur aufzubauen.
Parasitische Versorgung
Einige 1-Wire-Sensoren können parasitär über DQ und GND betrieben werden. Verwenden Sie diese Betriebsart nur, wenn Sensor, Busmaster und Firmware diese Variante ausdrücklich unterstützen. Bei Neuinstallation ist die Versorgung über +5V, DQ und GND in der Regel die wartungsfreundlichere Wahl.
Bei einfachen DS18B20-Sensorelementen kann für parasitären Betrieb eine sensorseitige Verbindung von VDD nach GND erforderlich sein. Diese Brücke darf nur am Sensor und nur gemäß Datenblatt gesetzt werden. Der +5V-Ausgang des IOZER basic darf dabei nicht kurzgeschlossen werden.
Inbetriebnahme
- Sensoren nach Möglichkeit nacheinander anschließen und jeweils per 1-Wire-Scan erfassen.
- Seriennummern der Sensoren zusammen mit dem Einbauort dokumentieren.
- Datenpunkte mit eindeutigen Namen und Einheiten anlegen.
- Bei instabilen Messwerten zuerst Topologie, Abzweiglängen, Adernpaarung von
DQ/GNDund Versorgung prüfen. - Leitungen mit starker Störeinkopplung, langen Parallelführungen zu Lastleitungen oder unklaren Klemmstellen vermeiden.
Prüfung vor dem Einschalten
- Versorgungsspannung und Polarität geprüft
- Keine Verbindung zu Netzspannung vorhanden
- Klemmen fest angezogen
- Leiterquerschnitt und Aderendhülsen geeignet
- Ein- und Ausgangsgruppen korrekt zugeordnet
- RS485-Schirmung und Terminierung nach Busaufbau geprüft
- 1-Wire-Topologie geprüft; kein Ring,
DQundGNDals verdrilltes Paar geführt
Weitere Grenzwerte finden Sie in den technischen Daten.